gerade fertig geworden

Die Gravur kommt noch

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Mal wieder ist eine Anfertigung fertig geworden. Für eine Bekannte habe ich einen Ring hergestellt, den sie am kleinen Finger tragen wird. Deshalb muss er nicht klein und unaufällig werden, aber sehr bequem. Als die Empfängerin ihn gestern auf den Finger schob, rief sie mit strahlenden Augen aus: „Der ist ja wie ein Handschmeichler“. Die Oberfläche ist nicht hochglanzpoliert, sondern mit sehr feinem Schmirgelpapier abgezogen.

Der Entwurf ist an den klassischen Siegelring angelehnt. Die Ringschiene folgt allerdings keinem Verlauf. Gerade am kleinen Finger kann ein großes Schmuckstück eher als behindernd empfunden werden. Oft sind Ringe dann auf der Handinnenseite deutlich schmaler gearbeitet, als auf der sichtbaren, oberen Fläche. Ist das Tragegefühl aber ein ganz weiches, kann er wunderbar, auch als massives Schmuckstück, am kleinen Finger getragen werden. Daher kann dieser Ring seine Breite rundherum beibehalten und damit den massiven Charakter.

Auf die ebene Fläche soll jedoch kein Siegel graviert werden. Der erste Gedanke war ein Monogram. Der Unterschied besteht darin, dass der klassische Siegelring, der als solcher Verwendung findet, spiegelbildlich graviert wird. Die richtige Ansicht ist erst auf dem Siegel erkennbar. Ein Monogram ist für den Betrachter des Ringes richtig herum lesbar.

Aber die erste Idee muss nicht immer mit dem Ergebnis übereinstimmen. Mitgestaltung des/r Träger/in kann auch ein Prozess sein, der Veränderungen unterliegt. Bei der ersten Besprechung wünschte sich meine Bekannte z.B. eine geschliffene Facettenstruktur. Als sie das Modell in Händen hielt , veränderte sich der Wunsch zu einer glatten Oberfläche. Von dem ursprünglichen Gedanken an ein Monogram hat sie sich nun verabschiedet und möchte lieber ein Symbol, welches für sie große Bedeutung hat an der Hand tragen, das Berbersymbol für Freiheit.

Die Tochter meiner Bekannten hat eine typographische Ausbildung und wird nun die Vorlage für die Lasergravur für ihre Mutter entwerfen. Wie schön, wenn die Tochter auch in den Entstehungsprozess eingebunden ist. Im Anschluss kommt der Graveur zum Zuge. Ich bin selber sehr gespannt und werde Euch das Ergebnis nicht vorenthalten.

So mag ich das, individuell, einmalig und unter Beteiligung von Herzensmenschen. So entsteht Schmuck, der zu seinem Menschen gehört.

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