Wenn Einer von Zweien zurückbleibt….






Das Schicksal ist ein mieser Geselle. Eine Freundin hat es aus dem Leben gerissen. Ihr Ehering war viel kleiner, als der Ihres Mannes. Nachdem sie gestorben war, trug unser Freund Ihren Ehering erst an einer Kette. Er wollte ihn zwar immer bei sich haben aber mit der Kette fühlte er sich noch nicht wohl. Das soll anders werden.
In den kleineren Ring muss ein Stück eingefügt werden, um den Umfang dem größeren anzugleichen. Wir haben einen anderen Ring meiner Freundin genommen, der die gleiche Legierung hat. Somit kommt kein ganz neues Material, dass sie nie am Körper hatte, in den Ring. Daraus haben wir ein Stück Gold gefertigt, dass etwas breiter und stärker ist als der Ehering. Zum Einarbeiten braucht es immer etwas „Fleisch“. Das eingelötete Goldstück wurde beigefeilt, geschmirgelt und poliert, bis nicht mehr erkennbar war, dass es eingefügt wurde. Die Ringe wurden aufeinander gelegt und miteinander durch Lötung verbunden.
Die Gravur in den Ringen ist dabei ebenso erhalten geblieben wie Tragespuren. Diese sind in einem gemeinsamen Leben auf den Ringen entstanden. Nach vorsichtigem Ausarbeiten und finalem leichten Polieren ist aus zwei Ringen einer geworden, für den Rest des Weges, den nun einer ohne den anderen weiter gehen muss.
